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Nachtangeln

Nachtangeln

Unter Anglern ist es schon lange kein Geheimnis mehr, daß sich gerade in der wärmeren Jahreszeit gute Fänge hauptsächlich in den Abend- und Nachtstunden machen lassen. Tagsüber sind die Fische träge und beißfaul. Im Hochsommer lohnt es sich auch, früh aufzustehen und zeitig den Angelplatz zu beziehen. Neben herrlichen Sonnenaufgängen wird mann in den frühen Morgenstunden ab 04:00 Uhr auch mit einigen  guten Fischen belohnt. Meiner Erfahrung nach kann man bei heißer Julisonne die Ruten getrost ab 10:00 einpacken, Mittagspause machen und erst wieder kurz vor der Dämmerung am Angelplatz aufschlagen. Vor allem in sehr flachen und nährstoffarmen Gewässern scheinen die Fische bevorzugt nachts zu fressen. Mit Einkehr der Nachtruhe wird es auch am Gewässer still. Dies bedeutet für den Angler, daß er noch behutsamer am Wasser vorgehen muss wie am hellichten Tag. Einerseits reagieren die Fische deutlich empfindlicher auf Lärm und andererseits reduzieren sich durch ruhige, geplante Vorgehensweise Unfälle, die nicht selten gerade bei der Nachtangelei auftreten. Ich persönlich ziehe es vor, einen Kameraden mitzunehmen. Sollte mal etwas unvorhergesehenes passieren, ist schnelle Hilfe zur Stelle. Außerdem ist es auch nicht jedermanns Sache, in stockfinsterer Nacht allein auf einer Wiese zu sitzen. Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden. Für den Notfall solltet Ihr immer ein Handy und ein Erste Hilfe Sortiment mitführen. Es versteht sich fast von selbst, daß wir uns so unauffällig wie nur irgend möglich am Wasser verhalten. Dazu gehört auch, daß wir den Köder nicht alle 10 Minuten kontrollieren. Jedes neue Auswerfen der Montage könnte eine Scheuchwirkung auf die Flossenträger haben.

Ordnung am Angelplatz

Den Angelplatz solltet Ihr schon vorher erkunden. Macht Euch vertraut mit der Uferbeschaffenheit um Stolpersfallen zu vermeiden. Hindernisse im Wasser können Euch bei Nacht Montagen oder den gehakten Kapitalen kosten.
Als Angler führt man nicht gerade wenig Utensilien mit. Bevor es dunkel wird, bereite ich daher den Angelplatz akribisch für die Nacht vor. Dazu lege ich in einigem Abstand zum Ufer eine ausgediente weiße Tischdecke aus, auf der ich Hakenlöser, Messer, Köderbox, Maßband und andere nützliche Gegenstände platziere. Direkt daneben stelle ich eine kleine Campingleuchte auf einen Stein oder einen anderen festen Untergrund, damit sie mir nicht umkippen kann. Eine Taschenlampe am Stirnband leistet sehr gute Dienste. Ihr habt die Hände beim montieren und bei der Fischversorgung frei. Man kann aber auch eine kleine Taschenlampe in den Mund nehmen, wenn man keine Kopflampe zur Verfügung hat. Um die Ruten und den Kescher im Dunkeln leichter orten zu können, fixiere ich jeweils ein Knicklicht mit Tesafilm an Rute und Keschergriff.

Köder
Ihr müsst eigentlich nur darauf achten, daß Ihr bei Spinnködern auffällige, d.h. helle oder gar fluoreszierende Gummifische oder Twister verwendet. Ansonsten lohnt es sich Kontraste zu setzen. In hellen Vollmondnächten lohnt es sich, dunkle Köder auf flachen Sandbänken auszulegen. Hier finden sie die Karpfen oder Brassen eher als auf dunklem Gewässergrund. Ansonsten erzielt Ihr mit stark duftenden Ködern die größten Erfolge, da die Fische während der Nacht besonders auf ihr ausgeprägtes Riechorgan setzen. Besonders Aale können Duftstoffe in kleinster Konzentration wahrnehmen. Anfüttern lohnt sich also unbedingt. Fangt damit am Besten schon am Nachmittag an, damit Ihr nicht unnötig Unruhe am Gewässer verbreitet, wenn die Fische zur nächtlichen Nahrungsaufnahme losziehen. Nützlich ist es auch, die Köder ein paar Zentimeter über Grund anzubieten. Sogenannte Pop-ups heben sich gut vom Gewässergrund ab und erleichtern den Fischen das aufspüren der ausgelegten Köder. Ihr könnt dazu mit einer herkömmlichen Spritze aus der Apotheke Luft in den Tauwurm injizieren um ihn "schweben" zu lassen. Oder Ihr benutzt Auftriebskugeln, die Ihr in jedem Angelgeschäft erwerben könnt. Da die Fische wie gesagt gerade Nachts die Köder eher mit der Nase finden kann es nicht schaden, ihn mit einem Flavour zu veredeln. Den Rauchern unter Euch, kann ich nur empfehlen, beim anködern Gummihandschuhe zu verwenden, damit Ihr die Fische nicht gleich verschreckt. Ich rauche selber und kann aus Erfahrung sagen, daß man viel weniger Bisse mit verrauchten Ködern bekommt.

Gerät

Im Grunde könnt Ihr die gleiche Ausrüstung wie tagsüber mitnehmen. Denkt an Taschenlampe, genügend Knicklichter und was man sonst noch so für einen nächtlichen Ansitz braucht. Nachts wird es schon mal kühl, also packt Euch warme Kleidung und heißen Tee ein. Das Handy für den Notfall ist Pflicht. Es gibt doch nichts ärgerlicheres als mit gebrochenem Bein mitten in der Nacht in einer Steinpackung zu liegen und keine Hilfe rufen zu können. Ein Anglerschirm, ein Zelt und eventuell eine bequeme Liege sind Nachts sehr hilfreich und schützen Euch vor Wetterumschwüngen.

 

 
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