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Hecht

Hechte mit dem toten Köderfisch

Hechte mit dem Köderfisch zu überlisten ist eine einfache und fängige Methode, die gerade Einsteigern eine gute Möglichkeit bietet, Esox(lat. Bezeichnung für den Hecht) erfolgreich nachzustellen.
Aus tierschutzrechtlichen Gründen ist es in Deutschland verboten, mit dem lebenden Köderfisch zu angeln. Natürlich ist das Fischen mit einem sich bewegenden, verletzten und ängstlichem Fischchen fängiger weil wir hier den Jagdtrieb der Räuber direkt ansprechen. Vergleiche der beiden Methoden im Ausland belegen dies deutlich. Auf den lebenden Köderfisch kann mann mehr Bisse erwarten als auf den toten. Wir können aber dennoch unsere Angelmethoden so wählen, daß wir auch ohne Fische unnötig leiden zu lassen, gute Fangergebnisse erzielen. Neben der sicherlich sehr erfolgreichen Spinnangellei können wir halt auch mit dem toten Köderfisch den Hechten nachstellen. Ein positiver Nebeneffekt dieser Methode ist sicherlich die zu erwartende Selektion. Hechte, die auf den angebotenen toten Flossenkameraden beißen haben selten ein Gewicht unter 5 Kilo. Das hängt damit zusammen, daß ältere und größere Hechte eine Vorliebe für Aas entwickeln. Die benötigten Montagen sind denkbar einfach aufgebaut und erleichtert Anfängern den Einstieg in die Raubfischangelei.

Benötigtes Gerät

Das Gerät sollte auf jeden Fall stabil gewählt werden. Ihr müsst keine spezielle Hechtrute für viel Geld erwerben. Achtet darauf, daß die Rute eine parabolische Aktion hat und das Wurfgewicht nicht zu niedrig angegeben wird. 50 - 100 gr. dürfen es schon sein. Die Rute sollte ca. zwischen 3 und 4 Metern Länge aufweisen. Hinzu kommt eine Stationärrolle mit 100 - 150 Metern monofiler Schnur zwischen 0,30 und 0,40 mm. So bestückt, sollte es am Wasser weder mit der Köderplatzierung noch mit dem Drill Probleme geben.

Montagen

In den Herbst-und Wintermonaten werden die Räuber träge. Der Stoffwechsel wird heruntergefahren und die Wahrscheinlichkeit, daß ein Hecht unseren an Grund angebotenen Köder nimmt steigt im Vergleich zu den wärmeren Zeiten des Jahres, in denen der Hecht aktiv den Beutefischen nachstellt deutlich an.
Für dieses Szenario bietet sich eine einfache Grundmontage an.
Auf der monofilen 35er Hauptschnur läuft frei ein Birnenblei von 30- 40 Gramm. An der Hauptschnur wird ein Wirbel angeknotet. Zwischen Wirbel und Grundblei schaltet Ihr einen Stopper um den Knoten zu schützen.
Ein Stahlvorfach mit einer Tragkraft von 10 Kg mit zwei Drillingen der Größe 8 runden die Montage ab. Hilfreich ist es, dem Köderfisch etwas Auftrieb zu verleihen, indem Ihr ihm Kork oder Styropor durch`s Maul einführt. So ist er für die Räuber besser zu lokalisieren und er tänzelt verführerisch in der Strömung. Im Sommer jagen die Fische eher im Freiwasser. Hier ist eine einfache Posenmontage die richtige Wahl, um den Hecht in größeren Gebieten gezielt zu beangeln. Wenn Ihr vom Ufer aus an großen Gewässern angelt solltet Ihr den Einsatz einer Segelpose in Erwägung ziehen.
Auch hier geht ihr nach der Methode vor: Je einfacher umso fängiger.
Zieht eine Laufpose mit einer Tragkraft von 20 - 30 gr. auf die Hauptschnur(35 gr) und schaltet einen Stopper davor um die Angeltiefe einstellen zu können. Das Blei wählt ihr so schwer, daß Ihr damit gut werfen könnt und die Pose optimal im Wasser liegt. An die Hauptschnur bindet Ihr wieder einen Karbiner mit Wirbel und hängt in diesen ein Stahlvorfach von 60 - 70 cm mit zwei Drillingen der Größe 6 - 8 und einer Tragkraft von 10 Kilo.
Jetzt kommt es darauf an, das Gewässer systematisch abzufischen. Hat nach einer halben Stunde immer noch kein Hecht gebissen, zieht ihr einfach an die nächste vielversprechende Stelle und versucht es hier. Während des Ansitzes solltet Ihr den Köder alle paar Minuten etwas herankurbeln, um auch alle Gewässerbereiche abzuklopfen.

Gewässer

Grundsätzlich ist es möglich, Hechte in allen möglichen Süßwasserseen und Flüssen zu erbeuten. Gerade auch in großen Gewässern werden immer wieder auch kapitale Fische auf die Schuppen gelegt. Am besten erkundigt Ihr Euch im örtlichen Angelgeschäft oder bei anderen Anglern nach guten Hechtgewässern und aussichtsreichen Angelplätzen.
Im Sommer haltet Ihr am besten nach Seerosenfeldern, umgestürzten Bäumen, Krautbänken und Uferböschungen Ausschau. Alles was dem Hecht an Deckung zur Verfügung steht, wird er nutzen. Wir bieten den Köder direkt vor diesen Hot-Spots an. Dort wo der Wind auf`s Ufer steht, wirbelt er Kleinstlebewesen wie Insekten und Futterpartikel auf. Dies zieht die Kleinfische an und so wie der Löwe den Gazellen folgt, folgt der Hecht den Weißfischen. Im Winter halten wir nach möglichen Plätzen Ausschau, wo auf natürlichem Wege immer wieder verendete Fische angespült werden. Das können Uferausbuchtungen oder Außenkurven von Flüssen sein. Dort lohnt es sich, den toten Köderfisch zu platzieren.

Köder

Hechte fressen so ziemlich alles was ihnen vor`s Maul kommt. Die besten Köder sind aber die, die auch in dem Gewässer vorkommen, an dem geangelt werden soll. Der am meisten verwendete Köder ist das Rotauge. Aber auch Brassen, Barsche und Aale sind geeignet.
Die Räuber nehmen aber auch Nahrung zu sich, die Ihnen völlig unbekannt ist.
Dies sind vor allem Meeresfische wie Hering, Makrelen und Sardinen. Durch ihren intensiven Eigengeruch sind sie gerade im Winter ein fängiger Köder für Hecht oder auch Zander. Ein weiterer Vorteil dieser Meeresköder ist ihre Verfügbarkeit. Ihr könnt sie tiefgefroren im Supermarkt bekommen und schon kann es losgehen. Die Fängigkeit der Salzwasserfische ist aber nicht an jedem Gewässer gleich gut gegeben. Hier lohnt es sich ein wenig zu experimentieren. Wenn Ihr ganz sicher gehen wollt, versucht es lieber erst mit Süßwasserfischen. Die frisst der Hecht auf jeden Fall.
Die Köderfische sollten nicht zu klein sein. Hechte fressen Fische bis zu einem Drittel ihrer eigenen Körperlänge. Als Richtmaß solltet Ihr 15 - 20 cm im Hinterkopf haben. Größere Fische können auch halbiert am Haken serviert werden. Zum Anködern einfach einen Haken des Drillings durch die Oberlippe des Fisches stechen und den anderen Drilling unterhalb der Rückenflosse platzieren. Bei halben Fischen, meistens die etwas größeren Makrelen, vorne und hinten einen Drilling platzieren. Einer greift beim Anhieb dann garantiert im Hechtmaul.

Anhieb, Drill und Landung

Bei der Posenangelei ist es recht einfach, den Anhieb zum richtigen Zeitpunkt zu setzen. Wird der Schwimmer mit einem stetigen Zug zur Seite oder nach unten gezogen, solltet Ihr den Anschlag setzen. Wartet nicht zu lange, denn die toten Köderfische werden vom Hecht recht zügig geschluckt. Beim Anhieb solltet Ihr nicht versuchen dem Hecht mit aller Gewalt den Kopf abzureißen. Erstens könnte das Gerät Schaden nehmen und zweitens besteht die Möglichkeit, daß der Haken ausschlitzt. Besser ist es, einen entschloßenen festen Anhieb zu setzen und den Haken dann mit stetigem Druck immer weiter in`s Hechtmaul zu treiben. Legt Ihr den Köder mit der Grundmontage ohne Pose aus, ist der elektronische Bißanzeiger sicherlich eine sehr gute und zuverlässige Möglichkeit der Bißanzeige. Aber es geht auch günstiger. Ihr könnt bei wenig Wind Alufolie an der Schnur befestigen oder bei höheren Windstärken ein Aalglöckchen in die Schnur hängen. Hier ist der Phantasie und Kreativität des Anglers keine Grenze gesetzt. Auch hier ist es wichtig den Anhieb relativ frühzeitig zu setzen.
Der Hecht ist nicht unbedingt ein ausdauernder Kämpfer an der Rute. Meist könnt Ihr ihn nach einer relativ kurzen Flucht problemlos herankurbeln. Sollte der Hecht während des Drills springen und versuchen, den Haken loszuschütteln solltet Ihr die Rute nach unten nehmen um die Schnur zu entspannen. Ein weiterer kritischer Punkt ist die Landung. Scheinbar ermüdet und ausgedrillt am Ufer angelangt startet Esox noch einmal eine letzte verzweifelte Flucht. Nun ist der gut beraten, der die Bremse weich eingestellt hat. Der Hecht muss die Möglichkeit haben, jederzeit Schnur nehmen zu können. Oftmals kann man in Angelvideos oder im Fernsehen Angler sehen, die Hechte mit der Hand per Kiemen- oder Nackengriff aus dem Wasser heben. Das ist sicherlich ein probates Mittel, wenn man diese Technik gut beherrscht oder gerade kein geeigneter Kescher zur Verfügung steht. Allerdings haben sich schon viele Angler bei einer solchen Landungsaktion die Hände an den scharfen Hechtzähnen verletzt. Der Kescher sollte groß genug sein, um auch mal einen Fisch über Metermaß aufnehmen zu können. Die Maschen sollten groß gewählt werden und das Material muß die nötige Stabilität aufweisen. Der Fisch sollte mit dem Kopf voran vorsichtig über den Kescher gezogen und in`s Netz bugsiert werden. Nähert ihr euch von hinten an, besteht das Risiko, daß der Hecht verschreckt wird und flieht. Die meisten Hechte gehen bei der Landung verloren!
Zur Grundausstattung des Hechtanglers zählt eine Aterienklemme und eine Rachensperre um den Haken möglichst schonend zu entfernen. Ihr müsst immer damit rechnen, daß Ihr auch mal einen untermaßigen Fisch an den Haken bekommt.

 

 
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