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Aal

Aale mit dem Tauwurm

Nach einem langen Winter, den die meisten Angler doch lieber zur Pflege und Wartung des Fanggerätes am heimischen Bollerofen verbrachten, als im Parka mit eisstarren Fingern am Eisloch Barsche zu pilken, bietet sich dem geneigten Petrijuenger im Fruehling eine breite Palette zu erbeutender Zielfische an. Viele Fische haben noch Schonzeit, die wir unbedingt beachten sollten. In Niedersachen haben die Hechte und die Zander bis zum 01.Mai Verschnaufpause. In dieser Zeit darf nicht mit Köderfisch(Köfi) oder mit kuenstlichen Ködern gefischt werden. Fuer Raubfischangler bleibt da noch das Angeln auf Barsch, AAl oder Forelle mit der Mutter aller Köder, dem Tauwurm. Da wir während der Schonzeit nicht riskieren sollten, dass ein Zander oder ein Hecht beisst, können wir dem Aal nicht mit Fischfetzen oder Köfi nachstellen, was von Vorteil ist, wenn mann sich auf die kapitalen Schleicher konzentrieren will. Nach wie vor aber ist der Tauwurm  der absolute Topköder fuer Aale. Ihr könnt sie in warmen feuchten Nächten im Garten aufsammeln.
Dazu benötigt ihr eine Taschenlampe die rot leuchtet. Die Wuermer sind sehr lichtempfindlich. Ihr könnt euch auch rotes Transparentpapier auf die Leuchte kleben. Nun schleicht ihr idealerweise auf allen Vieren durch den Vorgarten. Natuerlich jede Erschuetterung vermeidend. Entdeckt ihr einen Wurm, kriecht ihr "vorsichtig" auf Armlänge heran. Ihr muesst ihn mit zwei Fingern am Eingang des Fluchttunnels festdruecken, so dass er keine Möglichkeit hat, sich in`s Erdreich zurueckzuziehen. Jetzt packt ihr ihn mit der anderen Hand und zieht ihn ganz langsam, bis er von selber nachgiebt, heraus. In guten Nächten solltet ihr in ein bis zwei Stunden auf gute 50 Wuermer kommen. Wer dazu keine Lust hat, kann sich seine Wuermer auch im Angelgeschäft um die Ecke kaufen.

Die Aale nehmen den Köder am Grund auf. Ihr könnt ihn mit oder ohne Pose anbieten. Verzichtet ihr auf die Pose, kommt meist das beruehmte Aalglöckchen zum Einsatz. Ich fische meist mit zwei Posen und stelle zusätzlich noch eine Grundrute auf.
(Die Anzahl und Art der erlaubten Ruten ist an den verschiedenen Gewässern unterschiedlich und wird auf der Gastkarte ausgewiesen). Fuer die Aalangelei eignet sich meiner Erfahrung nach am besten eine Rute von 3,30 m - 3,70 m Länge. Das Wurfgewicht der Rute kann bis zu 80g liegen. Manchmal ist es notwendig, den Köder auch bei starker Strömung am Grund zu halten. Dazu  eine Stationärrolle mit funktionierender Bremse und einige mittlere Posen. Die monofile Schnur sollte zwischen 0,25 mm und 0,35 mm liegen. Die Hakengrösse liegt bei 6 - 8. Mit dieser Geräteauswahl habe ich bislang gute Ergebnisse erzielen können.
 
Aale sind zumeist Nachtaktiv. Ihr fangt sie in der Morgen- bzw. Abenddämmerung oder in der Nacht. Allerdings sollte es keine Vollmondnacht sein. Dies mögen die Schleicher ueberhaupt nicht. Ihr könnt es allerdings auch am Tage versuchen. Wenn es bedeckt und grau ist oder vor und nach (niemals  während!) eines Gewitters und bei Regen steigen die Chancen auf Aal sprunghaft an. Am Wasser haltet Ihr Ausschau nach Schilfguerteln, ueberhängenden Bäumen oder Bruecken. Dies sind die bevorzugten Standorte der Fische. In nicht so breiten Fluessen solltet ihr es direkt am Ufer versuchen. An grösseren Gewässern könnt Ihr es mit der Grundrute auch auf grössere Entfernung versuchen.
   
Die Tauwürmer bringe ich nicht im Ganzen an den Haken. Das hat gleich mehrere Vorteile. Die Aale haben einen ausgezeichneten Geruchssinn und ein halber Wurm auf dem Haken duftet erheblich intensiver als ein unversehrter. Das macht allerdings nur Sinn, wenn die Raucher unter euch den Köder mit Gummihandschuhen an dem Haken befestigen. Ihr könnt aber auch eine alte Wäscheklammer als Zigarettenhalter verwenden. Benutzt Ihr verräucherte Köder sinken Eure Fangchancen erheblich.
 
Verwendet Ihr ein Tauwurmstück, vermeidet Ihr, dass die Aale die Würmer nur abknabbern. Deutlich weniger Fehlbisse sind die Folge. Und au゚erdem kommt Ihr mit Euren Tauwürmern ein gutes Stück länger hin. Es ist auch nicht nötig, den Haken im Wurm zu verstecken. Auch dies kann zu Fehlbissen führen. Die Wurmstücke sollten so lang sein, daß der Wurm sich noch gut am Haken bewegen kann. Liegt der Köder direkt am Grund, ist er für die Fische bei ungünstigem Gewässergrund nicht sehr gut zu sehen. Ihr steigert Eure Fangchancen, wenn Ihr den Köder ein paar Zentimeter über dem Grund anbietet. Dazu könnt Ihr mit einer Spritze, die Ihr in jeder Apotheke bekommen könnt, den Wurm mit Luft aufpumpen und ihm so Auftrieb verleihen. Alternativ dazu gibt es auch kleine Auftriebskörper, die ihr auf dem Vorfach befestigen könnt, um den Köder über dem Grund schweben zu lassen. Ihr könnt es auch mal mit Leber, probieren, die Ihr vom Schlachter für wenig Geld bekommen könnt. Mit einem Tauwurm kombiniert habt Ihr einen Top-Köder für Aale.

Angelt Ihr mit Pose, solltet Ihr genügend Knicklichter mitnehmen. Es gibt nichts aufregenderes als eine Leuchtpose, die sich in der Dämmerung in Bewegung setzt und abtaucht. Zudem könnt Ihr das Knicklicht zusätzlich zum Aalglöckchen mit etwas Tesafilm an der Rutenspitze befestigen. So könnt Ihr vorsichtige Bisse gut erkennen und Ihr habt beim Drill im Dunkeln einen besseren Blick für die Aktion der Rute.
 
Habt Ihr dann einen Aal an Land befördert, stellt sich die Frage, wie Ihr Ihn in`s  Jenseits befördert. Wer dies schon mal versucht hat, weiß, daß dieses Vorhaben nicht so einfach in die Tat umzusetzen ist. Abschlagen und Herzstich reicht vielleicht bei einer Forelle nicht aber bei Aalen. Ein Angelfreund gab mir mal den Tipp, die Schleicher in einen Eimer, der mit Mineralwasser gefüllt ist, zu geben. Deckel drauf und nach 10min sollten sie das Zeitliche gesegnet haben. Die Aale schlafen bei dieser Methode praktisch ein und quälen sich nicht unnötig.

 

 
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